Treppensicherheit - beidseitiger HandlaufDrucken

Beidseitige Handläufe

Die sichere Ausführung von Treppen ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen auf Treppen. Eines der wichtigsten Kriterien für die Sicherheit von Treppen sind beidseitige Handläufe - nicht erst ab Treppenbreiten von mehr als 1,50 m, sondern generell.

Beidseitige Handläufe in den DIN zur Barrierefreiheit

Die Barrierefreiheit von Treppen und Handläufen wird in den DIN 18040-1 (Öffentliche Gebäude)
und DIN 18040-2 (Wohnungen) jeweils im Abschnitt 4.3.6.-Treppen geregelt.

Die Landesbauordnungen und die dazu gehörenden Listen Technischer Baubestimmungen regeln, inwieweit dieser Abschnitt in den einzelnen Bundesländern Anwendung findet.

Handlaufgestaltung an Treppen
Treppe mit weitgehend beispielhafter Hand­laufgestaltung, Stufenform, -markierung.
Foto: Dr.-Ing. E. Hempel

Festlegungen in der Gesetzgebung der Bundesländer

a) Handläufe in öffentlichen Gebäuden

Zurzeit stellt sich die gesetzliche Situation wie folgt dar:

Für öffentliche Gebäude schreibt mit Stand 10/2016 nur die Bauordnung Berlin (sowohl BauO Bln 2005, Stand 10.07.2011, als auch BauO Bln 2017, gültig ab 01.01.17) den beidseitigen Handlauf als Regelfall vor. Ausnahmen lässt sie nur in begründeten Fällen zu, jedoch nur bei Treppen, die nicht unbedingt notwendig sind.

In allen anderen Bundesländern wird in der jeweiligen Bauordnung zunächst ein fester Handlauf gefordert. Meist wurde die Formulierung aus der Musterbauordnung übernommen:

"Treppen müssen einen festen und griffsicheren Handlauf haben. Für Treppen sind Handläufe auf beiden Seiten und Zwischenhandläufe vorzusehen, soweit die Verkehrssicherheit dies erfordert." In der dazugehörenden Liste der Technischen Baubestimmungen wird die Forderung nach dem beidseitigen Handlauf für öffentlich zugängliche Gebäude (DIN 18040-1) dann spezifiziert. Danach sind sie für notwendige Treppenräume vorzusehen, Treppen also, die nach den baurechtlichen Vorschriften unbedingt vorhanden sein müssen.

Das bedeutet jedoch, dass in öffentlich zugänglichen Gebäuden beidseitige Handläufe unabhängig von der Treppenbreite bundesweit fast überall vorgesehen werden müssen.

Zu öffentlichen Gebäuden zählen Einrichtungen des Kultur- und Bildungswesens, Sport und Freizeitstätten, Büro-, Verwaltungs- und Gerichtsgebäude, Krankenhäuser, Altenheime und betreutes Wohnen ebenso wie Hotels und Gaststätten, Versammlungs- und Verkaufsstätten, Schulbauten und Kindergärten.

b) Handläufe in Wohnbauten

Für Wohnbauten wurde der Abschnitt zu barrierefreien Treppen der DIN 18040-2 in der Mehrheit der Bundesländer nicht als Vorschrift eingeführt. Es gibt jedoch einige löbliche Ausnahmen:

In Baden-Württemberg (LBO 05.03.2010, Stand 14.11.2014) gilt er "[...] für Treppen, die sich im Zuge der Haupterschließung oder ersatzweise einer anderen sinnvollen Erschließung befinden."

In Rheinland-Pfalz (LBauO 24.11.1998, Stand 15.06.2015) müssen die notwendigen Treppen barrierefrei sein, das heißt, mit beidseitigen Handläufe versehen werden.

Die Bayrische Bauordnung verlangt in Wohngebäuden mit barrierefreien Wohnungen nur deshalb keine Treppengestaltung nach DIN 18040-2, da alle barrierefreien Wohnungen ohnehin stufenlos erreichbar sein müssen (LTB, Anlage 7.3/02). Zu beachten ist aber, dass in Gebäuden mit mehr als zwei nicht stufenlos zugänglichen Wohnungen alle Treppen beidseitig Handläufe haben müssen. Diese müssen jedoch nicht der DIN 18040-2 entsprechen.

Ausführungsbeispiele und weitere Bilder auf nullbarriere.de


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